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23. Oktober. In Budapest findet vor dem Bem-Denkmal eine Demonstration mit mehren Tausend Teilnehmern zur Unterstützung der in Polen stattfindenen Veränderungen statt. Die Demonstranten fordern den sofortigen Rückzug der sowjetischen Truppen, freie Wahlen, die Aufhebung der Zensur und die Bildung einer Regierung durch Imre Nagy.


György Gömöri (Polonistikstudent an der Budapester Universität):

Auf dem Bem-Platz standen die Menschen so eng gedrängt wie in einem Heringsfaß. Nur den ersten hundert Personen unseres Demonstrationszuges war es gelungen, auf den Platz zu kommen; der Rest war in der gegenüberliegenden Straße steckengeblieben. Hier herrschte ein scchrecklicher Lärm, wie in einem Fußballstadion. [...] Wir sangen die Nationalhymne, als ich plötzlich auf dem Sockel des Denkmals Derys charakteristisches Gesicht erblickte. Er versuchte von dort eine Rede zu halten, aber seine Worte gingen im Lärm der Menge unter – die Redner hatten hier keinerlei Chancen.


Ákos Engelmayer (Schüler der Abiturklasse):

[...] Außer ungarischen Flaggen gab es in diesem Demonstrationszug auch polnische. Eigentlich war die populärste Losung an diesem Tage: [...] “Alle Ungarn, kommt mit uns, wir wollen den Polen folgen”.