6. Oktober. In Budapest findet die Beisetzung der Opfer des fingierten politischen Prozesses gegen Laszlo Rajk und seine Genossen statt. An den Beisetzungsfeierlichkeiten nehmen 200 000 Menschen teil.
Sandor Kopacsi (Polizeichef von Budapest):
Die Mitglieder der Parteiopposition und vor allem Rajks Witwe bestanden darauf, daß die Zeremonie einen besonders feierlichen Charakter haben müsse und daß viele Menschen daran teilnehmen könnten. Aber das konnte gefährlich werden. Die Budapester Bevölkerung machte sich sonst wenig aus innerparteilichen Auseinandersetzungen, aber man hatte das Elend und die schlechten Regierungen inzwischen wirklich satt. Daher bestand das Risiko, daß die Menge die Gelegenheit nutzen und die Begräbnisfeier zu Unruhen entarten könnte. [...]
Obwohl 200 000 Personen vor dem Katafalk vorbeimarschierten, kam es nicht zu Unruhen. Die Ehrenwache wechselte sich alle fünf Minuten ab. [...] Als die Mitglieder des Politbüros an der Reihe waren, Rakosis Kumpane und mitverantwortlich für die fingierten Prozesse, begann ein starker Sturmwind zu wehen. Das erregte die Aufmerksamkeit aller. Das war eine ungewöhnliche Szene, wie von Shakespeare.










