• pl
  • en
  • cz
  • de
  • ru
  • sk
  • hu
  • fr

20

In den siebziger und achtziger Jahren knüpft die Opposition in Polen an die freiheitlichen Traditionen von 1956 an. Im sogenannten Zweiten Umlauf [Samisdat- und Untergrundverlage] erscheinen viele Bücher und Artikel, die den Ereignissen in Poznań und in Ungarn gewidmet sind.


Ákos Engelmayer:

1961 wählte ich die Freiheit in Polen, und nach verschiedenen Schwierigkeiten gelang es mir dank meiner Frau in Polen zu bleiben. Ich konnte mein Studium abschließen und versuchte, zwischen den polnischen und ungarischen Intellektuellen zu vermitteln [...] und später auch zwischen der ungarischen und der polnischen Opposition [...]. Die Oppositionsbewegung der siebziger Jahre und später auch die “Solidarność” griffen bewußt auf die Tradition des ungarischen 1956 zurück. Es erschienen sehr viele Publikationen und Bücher zu diesem Thema. Allein das “Ungarische Tagebuch” von Wiktor Woroszylski erlebte von 1976 bis 1989 sieben Neuauflagen.

Die Idee von 1956 brachte die ungarische Opposition der polnischen Opposition näher und umgekehrt. 1986 wurde in Podkowa Leśna – früher als in Ungarn – die erste Gedenktafel zu Ehren der im ungarischen Aufstand Gefallenen und Ermordeten enthüllt. Es sind mehr Buchveröffentlichungen [zu diesem Thema] erschienen als in Ungarn selbst.