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28. Juni - 80 Prozent der Belegschaft der Cegielski-Werke (ZiSPO) gehen nicht an die Arbeit. Die Arbeiter gehen auf die Straße, unterwegs schließen sich ihnen Arbeiter aus aderen Posener Betrieben und zufällige Passanten an. Die Protestierenden fordern die Zurücknahme ungerechter Arbeitsnormen, Preissenkungen und Lohnerhöhungen. Gegen 8.00 Uhr beginnt eine Kundgebung mit 100 000 Teilnehmern auf dem Stalinplatz (heute Mickiewicz-Platz). Die Manifestanten warten auf Vertreter der zuständigen Behörden.


Kazimierz Kaniewski (Arbeiter im ZiSPO):

Wenn jemand von den städtischen Behörden oder ein Vertreter der Partei gekommen wäre und wenigstens gesagt hätte: “Guten Tag, wir müssen uns erst per Telex oder sonstwie mit Warschau verständigen und werden euch dann die Antwort mitteilen”. Aber nein, die Leute standen zwei Stunden, und niemand kam.


Edmund Taszer (Betriebsratsvorsitzender im ZiSPO):

Es wuren verschiedene Losungen gerufen, jemand stimmte “Gott, der du Polen...” an, andere sangen “Herzensgute Mutter...”, noch andere  skandierten: “Wir wollen Brot! Freiheit!” [...]

Die Spannung wuchs jedoch von Minute zu Minute. Jemand aus der Menge rief, die Delegation der Cegielski-Arbeiter sei verhaftet worden und befinde sich im Gefängnis in der Młyńska-Sraße oder im Gebäude der Staatssicherheit in der Kochanowski-Straße. Da begann ich zu rufen: “Das stimmt nicht, wir sind doch hier bei euch!” – aber bei dieser Spannung und bei solchen Emotionen haben uns nicht viele gehört. Die einen  gingen also zur Młyńska- und die anderen zur Kochanowski-Straße.