1. November. Imre Nagy gibt den Austritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt bekannt und erklärt das Land für neutral.
4. November. Erneut marschieren sowjetische Truppen in Ungarn ein. Sie bringen eine neue Regierung mit, an deren Spitze János Kadar steht. Bis zum 15. November wird verbissen gekämpft. Es gibt 5000-7000 tote und 18 000 verwundete Ungarn.
Sandor Kopacsi (Polizeichef von Budapest):
Als Vergeltung für die Molotow-Cocktails machen sowjetische Panzereinheiten die Häuser dem Erdboden gleich, von denen aus sie angegriffen wurden. Die Russen haben ganze Straßenbezirke verwüstet, wo sie Verstecke von Aufständischen vermuteten. Auf diese Weise wurden Hunderte von Häusern zerstört, hauptsächlich in den Arbeiterbezirken, der Wiege des Aufstandes.
Wiktor Woroszylski (Schriftsteller):
Sonntag, 11. November
[...] Wir schauen uns um: nicht ein einziges Haus hat der Krieg verschont. Jedes hat ein riesiges Loch – meistens auf der Höhe des ersten oder zweiten Stockwerks. [...] Ganz andere Spuren haben die Fahrbahn gekennzeichnet. Alle zig Schritte ein schreckliches Loch, ein zusammengeballter Haufen Alteisen: ein zerstörter Panzer. Mehrfach begegnen wir auch kaputten Katjuschas...
Von Csepel zurückkkehrend, stoßen wir auf die fast schon innenstädtischen Straßen Feren körut und Üllöi ut. Hier ist der Anblick noch grausiger: alle Häuser sind verbrannt oder zerstört, die Fahrbahn von unten nach oben gekehrt, Brandgeruch, Staub, ausgetretene enge Pfade durch die Ruinenlandschaft... Aber diesen Anblick kennen wir doch. Das ist wie in Warschau 1944. Eine eroberte Stadt.













