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25. Oktober. In Budapest fordern die Demonstranten auf dem Parlamentsplatz den Rücktritt des Ersten Sekretärs der Partei der Ungarischen Werktätigen Ernö Gerö. Funktionäre der AVH (Staatssicherheitsdienst) eröffnen das Feuer auf die Demonstranten. Es gibt 200 Tote.


György Gömöri (Polonistikstudent an der Universität Budapest):

Das war in gewissem Sinne der entscheidendste Tag für den Verlauf der Revolution. Eben an diesem Tag fand das Massaker vor dem Parlamentsgebäude statt. [...] Unerkannte “Provikateure” eröffneten von den Dächern der den Platz umgebenden Häuser das Feuer. Das war eine verrückte und sinnlose Provokation der Geheimpolizei und wurde zur Ursache für das spätere Blutvergiepen.


Sandor Kopacsi (Polizeichef von Budapest):

Bestürzt rief mich [die Polizistin] Julia an: [...]

  • “Genosse Kopacsi. Die AVH schießt mit schweren Maschinengewehren auf die Menschen!” -
  • “Unmöglich!”

In diesem Moment hörte ich im Telefon Schüsse. Julia brach in Tränen aus:

  • “Genosse Kopacsi, das übersteigt jegliche Vorstellung! Die AVH schießt von allen Dächern! ... [...] Genosse Oberst... Eine Tragödie... Das ist entsetzlich... Die Menschen schreien vor Schmerz und Angst, sie fallen wie die Fliegen... Hunderte von Opfern, Frauen, Kinder – hören Sie nur die Schreie der Verwundeten... das ist schrecklich... entsetzlich...”.