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24. Oktober. Auf dem Defiladenplatz in Warschau findet eine Kundgebung mit mehreren Hunderttausend Teilnehmern statt, an der Władysław Gomułka teilnimmt. Die ersten Nachrichten von den Ereignissen in Budapest werden bekannt.


Stefan Staszewski (Erster Sekretär des Warschauer Komitees der PVAP):

Ein Meer von Köpfen, Menschenmassen - Mittwoch, 15 Uhr. [...] Transparente und weiß-rote Fahnen, erstmals auch Parolen, die zur Unterstützung des Kampfes der Ungarn und zur Solidarität mit ihnen aufrufen, besonders in der Nähe der Rednertribüne. Gomułka ist schrecklich nervös.


Władysław Gomułka (Erster Sekretär des ZK der PVAP):

Genossen! Bürger! Werktätige der Hauptstadt!

[...] Im Verlauf der vergangenen Jahre haben sich in Polen viel Schlechtes, Unrecht und schmerzliche Enttäuschungen angesammelt. Die vom Geist der Freiheit des Menschen und der Achtung der Bürgerrechte durchdrungene Idee des Sozialismus wurde in der Praxis tiefgreifend deformiert. Die Worte hatten keinen Bezug zur Wirklichkeit mehr. Die schwere Mühe der arbeitenden Klassen des gesamten Volkes hat nicht die erwarteten Früchte gebracht. Ich glaube zutiefst, daß diese Jahre nun unwiederbringlich der Vergangenheit angehören.

[...] Heute wende ich mich an das arbeitende Volk Warschaus und des ganzen Landes mit dem Aufruf: Schluß mit den Kundgebungen und Demonstrationen! Es ist Zeit, wieder an die tägliche Arbeit zu gehen, belebt vom Glauben und vom Bewußtsein, daß die mit der Arbeiterklasse und dem ganzen Volk vereinigte Partei Polen auf einem neuen Weg zum Sozialismus führen wird.